Minimalistische Kosmetik: Wie viel Pflege braucht die Haut wirklich?

Brauchen wir für eine gepflegte Haut unbedingt viel Kosmetik? Dr. med. Alice Martin gibt Tipps zur minimalistischen Gesichtspflege.

Waschgels, Cremes, Seren, Peelings: Die Auswahl an Beautyprodukten ist groß und es wird gerne suggeriert, dass nur die Anwendung vieler Pflegeprodukte zu einer gesunden, strahlenden Haut führt.

Das ist aber ein Trugschluss. Jede Haut ist individuell und kann mehr oder weniger Pflege benötigen. Und manchmal kann sich zu viel Kosmetik sogar negativ auf das Hautbild auswirken.

Dermatologin in Weiterbildung Dr. med. Alice Martin erklärt, welche Faktoren entscheidend für die richtige Hautreinigung und -pflege sind.

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Minimalistische Gesichtsreinigung

Schmutz, Hauttalg und Make-up können die Poren verstopfen, weshalb das Abschminken und die tägliche Gesichtsreinigung ein wichtiger Faktor für eine gesunde, reine Haut darstellt.

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Gerade bei unreiner Haut greifen Viele jedoch zu Waschgels und Seifen, die für das Hautbild zu aggressiv sein können. Dadurch kann es zu einer starken Hautaustrocknung kommen und die Haut gerät aus der Balance.

Außerdem ist eine intensive Hautpflege nicht bei jedem Hauttyp notwendig. Bei der Eudermie (normale Haut) kann eine einfache Gesichtsreinigung (falls erwünscht) mit lauwarmen Wasser bereits ausreichend sein.

Nutze zum Waschen deshalb milde Reinigungsmittel, zum Beispiel mit natürlichen Ölen oder reinige deine Haut ganz minimalistisch mit Wasser, wenn du es gut verträgst. Dabei können die Einweg-Reinigungspads auch umweltfreundlich ersetzt werden.

Du siehst, bei der Gesichtsreinigung brauchst du je nach Hauttyp nicht viele Beautyprodukte. Achte vielmehr darauf, dass die Wassertemperatur nicht zu heiß ist. Lauwarmes Wasser ist ideal. Zudem solltest du dein Gesicht gründlich, aber zügig waschen, damit die Hautbarriere nicht aufquillt.

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Braucht die Haut unbedingt Creme?

Jede Haut ist individuell und genauso kann diese Frage nicht pauschal mit ja oder nein beantwortet werden. Ob und wie oft du deine Haut mit einer Creme pflegst, hängt in erster Linie von deinem Hauttyp ab. Vor allem Menschen mit fettiger und normaler Haut können darauf oft verzichten. Ausgenommen sind Sonnencremes, diese sollten gerade in den Sommermonaten täglich aufgetragen werden.

Für eine minimalistische Gesichtspflege kannst du in puncto Creme ganz pragmatisch vorgehen: Verlasse dich auf dein Gefühl und benutze sie nur dann bzw. an den Stellen, die nach der Reinigung unangenehm spannen.

Kann man die Haut überpflegen?

Die Haut ausgiebig zu pflegen und im Zweifel lieber ein Produkt mehr benutzen – das kann doch nicht schaden – oder?

Doch – mit der Anwendung zu vieler Produkte oder auch von Produkten, die zu reichhaltig für deinen Hauttyp sind, kannst du deine Haut auch überpflegen. Dabei gibt es auch ein klassisches dermatologisches Erkrankungsbild: die Periorale Dermatitis.

In der Folge können vereinzelte Rötungen, brennende Hautbereiche und Pickel bis hin zur rausgewachsenen perioralen Dermatitis entstehen, ein entzündlicher Hautauschlag vor allem im Mundbereich.

Darüber hinaus solltest du bei deinen Pflegeprodukten darauf achten, dass sie hochwertige Inhaltsstoffe und möglichst wenig bzw. kein Parfüm enthalten, wenn du zu Allergien neigst.

Zusammenfassend lässt sich sagen: in puncto Haut ist weniger manchmal mehr. Mit einer minimalistischen Gesichtspflege kannst du ein ebenso gutes Hautergebnis erzielen wie bei einer mehrstufigen Pflegeroutine, wenn es zu deinem Hauttyp passt.

Dr. Alice Martin

dr alice martin

Gastautor: Dr. Alice Martin

Dr. med. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung und Mitgründerin der online Hautarztpraxis „dermanostic GmbH“ (Hautarzt per App) sowie „medi-login GmbH“ (zertifizierte internationale Onlinekurse für Mediziner). Seit 2021 arbeitet sie als Dozentin an der FOM Hochschule.

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