waschies GründerBeauties #1: Mama Wong

Tu-Nhu Roho ist ein Paradebeispiel für Frauenpower in der Gründungsszene: als Kind kam sie als Flüchtling mit ihren Eltern nach Deutschland, mittlerweile ist sie erfolgreiche Gründerin sowie Geschäftsführerin der MAMA WONG GmbH, die sie während ihrer Elternzeit gründete, um ihre authentische asiatische Küche auch in deutsche Haushalte zu bringen. Weshalb dieser Weg nicht immer leicht war und welche Hürden sie dabei, besonders als Frau, meistern musste, bespricht sie im Interview mit Carolin Schuberth, selbst Gründerin der waschies GmbH und ebenfalls ehemalige Teilnehmerin der TV-Show Die Höhle der Löwen.

»MAMA WONG ist eine Hommage an die Familie, insbesondere an meine Mutter«

1. Woher kommst Du?

Ich bin in Vietnam geboren, habe chinesische Wurzeln und bin mit einem Koreaner verheiratet. Aufgewachsen bin ich in der Eifel, aber es hat mich schon immer in die Ferne gezogen. So bin ich nach meinem Studium in Bremen nach Peking und habe dort knapp 5 Jahre bei einem deutschen Automobilhersteller gearbeitet. 2011 bin ich nach Berlin gekommen und lebe seitdem hier.

2. Was hat Dich bewegt MAMA WONG zu gründen und was hast Du vorher gemacht?

Die Idee zu MAMA WONG war es, asiatische Marinaden, Dressings und Saucen nach Familienrezeptur herzustellen, die authentisch lecker im Geschmack sind und komplett ohne Konservierungsstoffe, ohne Aromastoffe und ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe auskommen. Mein Mann und ich haben schon immer gerne Freunde und Familie zu uns nach Hause zum Essen eingeladen. Dabei sind wir oft nach unseren Rezepten gefragt worden und so ist die Idee zu MAMA WONG entstanden, Marinaden, Dressings und Saucen herzustellen, die „asiatisch zu Hause kochen“ so einfach und lecker wie möglich zu machen.
Vor MAMA WONG habe ich zuletzt im Vertrieb eines kleinen mittelständischen Unternehmens in Berlin gearbeitet. Das habe ich tatsächlich auch noch lange mit MAMA WONG parallel gemacht, da ich MAMA WONG zunächst nur im Nebenerwerb betrieben habe. Aber es war abzusehen, dass es nicht lange so weitergehen konnte. Auch mein Tag hat nur 24h. Wenn man gründet, muss man diesen Schritt gehen und sich irgendwann entscheiden: sicheres Einkommen vs. Startup mit allen Vor-/ Nachteilen und Unsicherheiten. Das habe ich getan und mache jetzt fulltime MAMA WONG, worüber ich sehr glücklich bin.

3. Was waren Deine größten Hürden, die Du bei der Gründung Deiner Firma überwinden musstest? Und wann hast Du gegründet?

Ganz am Anfang, als ich die Idee dazu hatte, hatte ich ganz viele Fragen. Ich wusste zunächst überhaupt nicht, wo und wie ich anfangen sollte bei einem Food-Produkt, was für Auflagen dabei zu erfüllen sind, etc. Ich habe ganz viele Infos durch Gründer-Coachings im Foodbereich, der IHK und Info- sowie Netzwerkveranstaltungen zu Lebensmittelherstellern erhalten und mit der Zeit allmählich dazu gelernt und mich Stück für Stück an das ganze Thema herangetastet.
Ich hatte 3 große Herausforderungen vor denen ich stand: Finanzierung, Produzentensuche und Markenaufbau.
Während dieser Zeit hatte ich unglaublich viel Glück und durfte 2019 bei der VOX Gründersendung „Die Höhle der Löwen“ teilnehmen. Dadurch habe ich einen Investor gefunden und MAMA WONG wurde über Nacht deutschlandweit bekannt. Das war eine unglaubliche Chance, die ich durch das TV Format bekommen habe, worüber ich bis heute noch sehr dankbar bin.
Die Anmeldung zum Kleingewerbe war im August 2018. Fast genau auf den Tag 1 Jahr später habe ich mit meinem Investor und Geschäftspartner die MAMA WONG GmbH gegründet.

4. Wie viel Arbeit hast du in MAMA WONG gesteckt und steckst Du immer noch hinein?

Ich habe vor allem zu Beginn unglaublich viel Arbeit und Herzblut in MAMA WONG reingesteckt. In Stunden kann ich es gar nicht genau sagen. Auf jeden Fall sind es weitaus mehr als die üblichen 40 Stunden, die man sonst als Angestellter hat. Wie viele Stunden es pro Woche waren bzw. sind, hängt auch davon ab, was in der jeweiligen Woche ansteht, ob z.B. Reisen anstehen (z.B. Meetings und Vertriebsaktivitäten in anderen Städten, etc.). Ich denke im Schnitt bin ich bei ca. 50 Std./Woche.

5. Würdest Du alles nochmal genauso machen? (Wenn nein: Was würdest Du ändern?)

Ich würde tatsächlich alles genauso nochmal machen. Ich habe aus dem Nebenerwerb gegründet, so konnte ich MAMA WONG im kleinen Rahmen testen, ob es funktioniert. Es war sicherlich hart, gerade am Anfang, da ich aufgrund meiner zusätzlichen Teilzeitanstellung die meiste Arbeit für MAMA WONG in den Abendstunden und am Wochenende gemacht habe, aber rückblickend hat sich alles gelohnt und ich würde es genauso wieder machen. So konnte ich zunächst ohne ein größeres Investment es langsam angehen lassen und schauen, wie bzw. ob MAMA WONG überhaupt ankommt.

6. Was treibt Dich an?

Mich hat schon immer in den Fingern gekribbelt etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Der größte Antrieb für mich ist sicherlich überhaupt die Möglichkeit zu haben es zu tun – zu gründen – sich selbst etwas aufzubauen. Für mich ist das nicht selbstverständlich. Umso mehr weiß ich das zu schätzen. Ich bin Ende der 70er Jahre mit meinen Eltern als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Meine Eltern haben ihr ganzes Leben ihren Kindern gewidmet und sich selbst immer zurückgenommen, um den Kindern in ihrem Rahmen alles zu ermöglichen. Sich selbst haben sie sich nichts gegönnt, immer hart arbeitend – alles für die Kinder. Mein größter Antrieb ist der Wunsch meinen Eltern etwas zurückgeben zu können. MAMA WONG ist eine Hommage an die Familie, insbesondere an meine Mutter.

7. Wie sieht es zukunftsmäßig aus – hast Du Träume/Visionen/Pläne wohin Du Dich entwickeln möchtest?

Ich persönlich möchte mich zu einer Unternehmerin entwickeln, die andere Frauen inspiriert und zum Gründen ermutigt. Das Thema ist mir sehr wichtig, da ich bei meiner eigenen Gründung selbst erfahren habe wie schwierig es ist als Mutter und Frau zu gründen und selbst zunächst von einigen sicherlich nicht so ernst genommen worden bin, wie ich es mir gewünscht hätte. Jede Frau mit einer Gründungsidee sollte an sich glauben und sich nicht einschüchtern lassen, dass das Ganze nur eine „Schnapsidee“ sei oder es nicht zu schaffen sei mit Familie, weil die „Rahmenbedingungen“ für eine Gründung nicht „perfekt“ sind. Aber mal ehrlich, wann gibt es schon „perfekte Rahmenbedingungen“ für eine Gründung? Daher bin ich fest davon überzeugt, dass jeder, der bereits eine Idee hat und bereit ist viel Arbeit und Herzblut in sein Startup reinzustecken, es auf jeden Fall versuchen sollte.

8. Was ist Dein absolutes Must-Have-/ Lieblingsprodukt von MAMA WONG?

Ich liebe alle Sorten von MAMA WONG, aber unsere Sesam-Chili Marinade ist wirklich ein absolutes Must-Have! Sie ist so vielseitig einsetzbar und passt wirklich zu allem. Es gibt nichts, womit man die Sesam-Chili Marinade nicht verwenden kann. Zu Fleisch, Gemüse, Fisch, Tofu, einfach alles, worauf man Lust hat oder was der Kühlschrank noch so hergibt, um sich noch etwas Leckeres zu kochen!

9. Haben es Frauen Deiner Ansicht nach oftmals schwerer in der Geschäftswelt?

Ja, ich denke leider schon. Auch wenn wir das Jahr 2020 schreiben und ich es vor einigen Jahren selbst nicht gedacht hätte, dass es für Frauen tatsächlich schwieriger ist in der Geschäftswelt. Nachdem ich nun selbst gegründet habe und selbst das ein oder andere Erlebnis hatte, muss ich die Frage leider bejahen. Umso wichtiger ist es für mich andere Frauen zu stärken, zu motivieren und zu inspirieren ihren Weg zu gehen und sich zu trauen. Der erste Schritt ist bekanntermaßen der Schwierigste. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich: YOU CAN DO IT!!!

10. Was rätst Du anderen Gründerfrauen?

Der Austausch mit anderen Gründer/innen und Gleichgesinnten ist enorm wichtig, sei es auf Veranstaltungen oder über die verschiedenen Plattformen, die dafür bereitstehen. Ich selbst habe mich immer gerne mit anderen ausgetauscht und dadurch immer wieder neue Kontakte knüpfen können und mein Netzwerk erweitern können. Es ist wichtig mit anderen über die eigene Gründungsidee zu sprechen, um sich Feedback einzuholen. Damit meine ich aber nicht nur mit Freunden und Familie, sondern vor allem auch Menschen außerhalb der „Komfortzone“, nämlich Menschen, die aus dem Bereich kommen, in dem man gründen möchte. Experten auf ihrem Gebiet können entsprechend wertvollen Input geben und sehen die Dinge auch noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive und können die Gründungsidee auch kritisch unter die Lupe nehmen.
Das Wichtigste ist jedoch an sich selbst zu glauben! Das klingt vielleicht banal, aber es ist das A und O und macht erfolgreiche Gründerinnen aus. Es gibt so viele kleine Dinge (Blicke, Äußerungen/Bemerkungen), die eine Frau im Alltag bereits verunsichern können. Ich kann anderen Gründerfrauen nur ans Herz legen, stark zu bleiben, an sich zu glauben, sich nicht verunsichern zu lassen und sich stattdessen mit Menschen zu umgeben, die einen motivieren und positive Vibes mitgeben – denn davon gibt es genügend und ich bin sehr gerne eine davon!

waschies® Gründerin Carolin Schuberth interviewt beeindruckende Gründerinnen.

MAMA WONG Produkte findest Du großflächig im Einzelhandel sowie auf www.mamawong.de!

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