Gründerbeauties by waschies Abschminkpads SQIN

waschies GründerBeauties #4: Maria-Liisa Bruckert von SQIN

Maria-Lisa Bruckert, die Gründerin der SQIN App, möchte personalisierte Kosmetik und Hautpflege für alle Menschen überall und jederzeit zugänglich machen. Dafür entwickelte sie eine App, die Antworten und Tipps für individuelle Pflegeanforderungen unterschiedlicher Hauttypen gibt. Welche Rolle ihre Schwangerschaft und der Elan ihres Mannes bei ihrer Gründung spielten, weshalb ca. 70% der User nach Gebrauch von SQIN ihre Pflegeroutine ändern und welche Tipps sie insbesondere Frauen mit an die Hand geben möchte, verrät sie in unserem Interview mit Carolin.

»Wir wollen dein täglicher Begleiter, deine tägliche Beauty-Freundin sein, um dir auf deinem Weg durch alle Lebensphasen helfen zu können.«

1.Was ist SQIN?

SQIN ist eine App, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Personalisierung in der Kosmetikindustrie für jeden zugänglich zu machen. […] Jede Haut ist super individuell und hat ihre ganz eigenen Bedürfnisse. Trotzdem benutzen wir Produkte, von denen wir sehr oft gar nicht wissen, ob sie eigentlich gut für uns sind. Deswegen haben wir gesagt, „hey, hier muss was her, was uns ganz transparent sagt, was ist das denn eigentlich, das deine Haut braucht? Und wie kannst du langfristig und nachhaltig auch Gutes für dich tun?“.

2. Wie kommt man auf eine App, die die Haut analysiert? – Was ist Dein Vorleben?

Ich muss zugeben, ich bin ein bisschen vorgebranded. Meine Mama ist Kosmetikerin und ich selbst hatte in jugendlichen Jahren mit sehr unreiner Haut zu kämpfen. Es ist natürlich super einfach, wenn man jemanden in der eigenen Familie hat, der sich auskennt, der immer einen Tipp parat hat und auch sagen kann „hey, das braucht deine Haut jetzt!“, aber das hat ja nicht jeder. Dann war ich im Ausland, ich habe eine Weile in Taiwan gelebt und plötzlich war meine Mama nicht mehr da, plötzlich waren alle Kosmetikartikel mit chinesischer Schrift und ich dachte mir nur: „ok, was mache ich jetzt?“. So ist die Idee entstanden, zu sagen, es muss irgendetwas Digitales her, was uns alle unterstützen kann, auch wenn die eigene Beraterin oder Kosmetikerin nicht vor Ort sein kann. […]

Mein Mann ist auch Unternehmer und zusammen haben wir geschaut, was andere auf diesem Gebiet machen und festgestellt: nicht so viel. Klar findet man Websites, auf denen man Fragen beantworten kann und wo dann der Hauttyp analysiert wird – aber eine App hat ja den Vorteil, dass du sie überall mit hinnehmen kannst, sie ist immer für dich erreichbar und sie kann dich überallhin begleiten. Genau das war die Idee, zu sagen, wir wollen dein täglicher Begleiter, deine tägliche Beauty Freundin sein, um dir auf deinem Weg durch alle Lebensphasen helfen zu können.

3. In welcher Lebensphase hast Du mit der Gründung angefangen?

Das Thema war sehr lange schon präsent. Ich hatte Elektrotechnik studiert, dann bei Siemens angefangen und meine klassische Karriere gemacht. […] Dann wurde ich plötzlich schwanger, war zu Hause und dann kam die große Langeweile und die Frage: „was mache ich aus dieser neu gewonnenen Zeit?“. Dann habe ich meinem Mann mal ein bisschen über die Schulter geschaut und fand es unglaublich spannend, denn wenn er etwas anfängt, hat man es zwei, drei Wochen später dann auch in der Hand. Das hat mich total getriggert und so haben wir zusammen die Idee wieder aus der Schublade geholt und gesagt „hey, lass das doch mal probieren!“. Die restlichen acht Monate meiner Elternzeit nutzte ich, um mich auszuprobieren, mir den Markt anzuschauen, ein Netzwerk aufzubauen, Marktanalysen zu machen. Am Ende der Elternzeit stand dann der erste Prototyp und der erste Test. Und ich bin unglaublich stolz, denn ich bin noch immer dabei.

4. Welche Tipps hast Du für andere Gründerinnen – welchen Fehler kann man sich eventuell sparen?

Jeder Fehler, den ich gemacht habe, war erstmal wichtig für mich, um Erfahrung zu sammeln. Natürlich muss man sich immer überlegen, wie stehe ich danach wieder auf? Ich glaube da gibt es kein pauschales Rezept. Ich habe erstmal Monate damit verbracht, mir ein Netzwerk aufzubauen, Menschen kennenzulernen, denen man auch vertrauen kann. Ich glaube, der größte Fehler, den du machen kannst, ist zu denken, dass du selbst alles am besten weißt, oder dass du selbst immer den richtigen Weg gehst. […] Ich würde jedem raten, sucht euch Leute um euch herum, die Erfahrungen gemacht haben und vertraut auch auf diese Meinungen.

5. Wie funktioniert die App? – Man meldet sich mit der E-mail an, wie geht’s dann weiter?

Also ganz am Anfang steht natürlich das Herunterladen der App. Dann bestimmst du erstmal die Bedürfnisse deiner Haut. Du wirst dann unseren Scan durchlaufen, d.h. du bekommst erstmal eine Analyse. Da arbeiten wir auch ständig dran, dass sie noch mehr kann und noch mehr Feedback gibt. Wenn du das hast, dann hast du zwei Möglichkeiten: entweder du bist neu- und wissbegierig und gehst in dein Badezimmer und nutzt unseren Feature-Produkt-Scan und scannst einfach mal die Produkte, die du heute benutzt. Dann bekommst du sofort ein Feedback – passt das Produkt eigentlich zu den Bedürfnissen deiner Haut oder nicht. Was wir sehen ist, dass unter allen Usern 70% Produkte anfangs genutzt haben, die gar nicht zu Ihnen gepasst haben. Der zweite Schritt, den du dann in der App findest, ist, dass du verschiedene Produkte von unseren Brandpartnern angezeigt bekommst, die zu dir passen. Wir arbeiten aber auch zunehmend daran, dass du dir personalisierte Produkte zusammenstellen kannst. Aktuell haben wir eine Creme, die wirklich auf den Analyseergebnissen hergestellt wird und für jeden individuell zusammengemixt wird.

6. Du hast zusammen mit Deinem Mann gegründet – wie viele seid Ihr aktuell?

Wir sind jetzt 12 Mitarbeiter plus wir beide. Wir sitzen gerade in Dresden und in Berlin, haben aber auch Internationalisierungspläne in New York. Das ist so ein bisschen der etwas durch Corona verschobene Traum. Wir sind zur Hälfte mit Entwicklern und zur Hälfte mit Marketing ausgestattet, weil so eine App muss betrieben werden. Am Tag kommen ganz viel Support und Spezialfälle rein, da muss jemand da sein, der sich kümmert und auch Abhilfe leisten kann. Martin und ich sind so ein bisschen das Herz dieser SQIN Family, aber im Großen und Ganzen sind wir ein sehr schönes Familienunternehmen im Flair.

7. Was sind Deine Tipps an Frauen, die Du gerne noch mitgeben möchtest?

Was ich immer wichtig finde, ist, dass wir uns gegenseitig unterstützen. Wir stehen den Männern in nichts nach. […] In meinem Fall zum Beispiel bin ich die Ingenieurin mit technischem Hintergrund von uns beiden und dazu kann man ja auch stehen. Was ich selbst als Erfahrung gemacht habe, ist die Annahme von mir als Mädchen mit blonden Haaren, die ein Beauty Unternehmen führt. Das Image hat man erstmal. Wenn man sich aber nicht einschüchtern lässt, dann wird dieses Thema Gender von automatisch reguliert und man muss sich dann auch nicht hinter einer Quote oder so verstecken. Man muss sich einfach trauen das, was man kann und auch leistet, auch nach außen zu tragen.

Gründerbeauties by waschies Abschminkpads SQIN

waschies® Gründerin Carolin Schuberth interviewt beeindruckende Gründerinnen.

Neugierig geworden? Dann schau doch mal im App Store oder auf www.sqin.com vorbei!

Entdecke SQIN