Martha With Love Gründerbeauties

waschies GründerBeauties #3: Tina Engehausen von Martha with Love

Tina Engehausen hat das, wovon viele Frauen nur träumen: ein eigenes Modelabel. Nachdem sie jahrelang als Management Consultant Erfahrungen im Retail- und Direktvertrieb sammeln konnte, wagte sie 2018 den Schritt und gründete zusammen mit der ehemaligen stellvertretenden Chefredakteurin der INSTYLE Marianne von Waldenfels sowie Stella Kist das Münchner Label Martha with Love. Was das Besondere an ihrem Geschäftsmodell ist und was Tina beim Gründen rückblickend anders machen würde, erfahrt Ihr in unserem Interview.

»Nach jedem Projekt kam ich nach Hause und habe zu meinem Mann gesagt: „Mensch, ich muss das selber machen!”«

1. Wie kamst Du auf die Marke Martha with Love?

Martha with Love ist ein absolutes Herzensprojekt von mir. Die Leute sagen zu mir: „Bist du verrückt, in dieser Zeit ein Fashionlabel zu gründen!“ Da sag ich, verrückt vielleicht ein bisschen, aber Martha with Love ist noch viel mehr als ein Fashionlabel. Und zwar ist unser Geschäftsmodell entscheidend: Martha macht ausschließlich Kleider nach eigenen Designs und unsere schönen Kleider gibt’s tatsächlich nur im Direktvertriebsmodell zu kaufen. Das heißt, Du findest unsere Kleider nicht im stationären Handel. Du findest sie auch nicht bei Drittanbietern online wie Zalando usw. – unsere Kleider gibt es exklusiv entweder in unserem Webshop natürlich oder über unsere charmanten Fashion Consultants zu kaufen. Das Geschäftsmodell ist letztendlich so wie bei den großartigen Thermomix oder Tupperware dieser Welt: wir vertreiben unsere Kleider auf Kleiderpartys und in Einzelberatungen. Und natürlich spielt das Thema digital auch eine große Rolle. Unsere Fashion Consultants haben ihre eigenen Webshops, wo sie ihren Kundinnen unsere Kleider anbieten. Ich glaube unser Mehrwert ist tatsächlich, dass wir unseren Kundinnen eine sehr persönliche, lustige Beratung bieten können. Man kann sich eine Kleiderparty vorstellen wie das Verkleiden-Spielen früher. Da geschieht eine ganz tolle Dynamik zwischen den Frauen, die sich gegenseitig auch Mut machen, aus ihrer Komfortzone rauszugehen.

2. Was ist Dein Werdegang? – Kommst Du aus der Fashionbranche?

Nein, ganz und gar nicht. Unser gemeinsames Leben, liebe Carolin, hat ja in Hof im schönen Oberfranken angefangen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie wir damals wie die Bekloppten mit 14 zu Shout in Deinem Zimmer abgedunkelt gedanct haben und ein Teil von diesem Verrücktsein ist anscheinend hängend geblieben. Ich hatte das Privileg, viele Jahre im Ausland in den USA und der Schweiz zu arbeiten. Der entscheidende Wendepunkt in meinem Leben kam dann im Jahr 2005, als ich für die Firma Swarovski arbeiten durfte. Dort hatte ich ein Projekt bekommen, das Swarovski goes Tupperware hieß. Ich durfte für die Firma dann in die USA gehen, wo ich auch tatsächlich ein Direktvertrieb Business aufgebaut habe. Das war dann der Moment, in dem ich Blut geleckt hatte. Als ich dann von Swarovski weg bin, habe ich 10 Jahre lang weltweit überwiegend Direktvertriebsunternehmen beraten und durfte in jedem Projekt einfach die Schönheit und die Power dieses Vertriebsmodells kennenlernen. Das Thema Fashion kam dann dazu, weil ich als Unternehmensberaterin ein Unternehmen in den USA beraten durfte, ein Start-up, das tatsächlich auch Fashionvertrieb gemacht hat. Und nach jedem Projekt kam ich nach Hause und habe zu meinem Mann gesagt »Mensch, ich muss das selber machen!«. Hinzu kam, dass meine Mitgründerin Marianne durch INSTYLE den entsprechenden Fashion Background hatte und wir dann einfach gesagt haben »Okay, wir machen das jetzt!«.

3. Eure Kleider sind auch nicht nur für ganz dünne Frauen, sondern für jedermann gedacht, oder?

Das ist schön, dass Du das sagst. Das ist unser Ziel, dafür zu sorgen, ein kleines aber feines Portfolio zu haben, wo sich jede Frau auch figürlich wiederfinden kann. Wir sind ja bekanntermaßen alle sehr unterschiedlich. Tatsächlich ist das Nummer-eins-Kriterium beim Kleiderkauf die Passform und das haben wir uns auch auf die Fahne geschrieben, genau das unseren Kundinnen zu liefern.

4. Würdest Du noch einmal gründen?

Ja, ich würde nochmal gründen, ich würde aber sicherlich anders gründen. Zum einen habe ich sicherlich die eine oder andere Entscheidung getroffen, was Leute einstellen betrifft, was dann nicht ganz so schlau war. Das würde ich heute anders machen. Ich würde auch unbedingt raten, jemanden zu suchen, der das ganze Administrative macht, Steuern, etc.. Das darf man nicht unterschätzen und man sollte sich gleich am Anfang damit auseinandersetzen. Man muss sich gute Partner suchen, die gibt es und die kosten auch nicht viel Geld, nicht selber machen. Denn die ganzen Sachen sind so fehleranfällig und kosten einfach unfassbar viel Zeit und Nerv. Ein weiterer Rat, welchen wir auch verfolgt haben: von Anfang an über die Finanzierung nachdenken. Zu welcher Zeit braucht man wie viel Geld und woher soll das idealerweise kommen. Und eben auch genau überlegen, welche Art von Person passt zum Unternehmen und welche Art von »Skills« sollte diese Person haben, dass sie zum Team passt. Selbstständig zu sein ist alles in einem wahnsinnig viel Verantwortung und auch manchmal erdrückend, aber es erlaubt mir auch die Flexibilität, die ich brauche. Wie Du habe ich auch zwei kleine Kinder. Auch wenn ich viel arbeite, entscheide ich wann ich arbeite, auch wenn es notfalls nachts ist.

5. Mit Kindern ist es gerade ja auch eine herausfordernde Zeit, oder?

Ja, wie haben wir gesagt, Homeschooling wird das Unwort des Jahres? Ich glaube das unterscheidet uns Gründerinnen nicht von Vollzeit beschäftigten Frauen. Es ist nach wie vor ein Thema in Deutschland, alles unter einen Hut zu bekommen und dabei selbst nicht auf der Strecke zu bleiben.

6. Was sind Deine neuen Lieblingsfarben? Habt ihr schon übers Frühjahr nachgedacht?

Wir stecken mitten drin in diesem Design- und Entwicklungsprozess für die Frühjahr-/Sommerkollektion und auch da schauen wir einfach immer wieder auf das Thema ausgewogen für die Figuren. Wir haben das Feedback bekommen, auch mal ein paar enganliegende Kleider zu machen, die auch für Curvy Women super funktionieren. Print ist ein Thema, das Martha nach wie vor ausmacht. Und Pink darf nach wie vor nicht fehlen. Wir haben auch aus der letzten Frühjahr-/Sommerkollektion gelernt, dass unserer Kollektion noch ein paar kurzärmlige Kleider guttun würden. Wir haben immer sehr darauf geachtet, dass die Oberarme bedeckt sind, weil unsere Zielgruppe das einfach gerne mag. Wir sind nicht die absoluten Trendsetter, das wollen wir auch nicht sein, sondern wir hören einfach zu, was unsere Kundinnen wollen und worin sie sich wohlfühlen und packen da dann einfach diesen Blitz an Schönheit obendrauf.

7. So ein Kleid ist ja auch was, das man sehr lange tragen kann, was in Zeiten der Nachhaltigkeit ein wichtiger Faktor ist.

Das sehe ich genauso. Ich würde mich total freuen, wenn ich in drei, vier Jahren eine Frau über die Straße gehen sehe in einem Martha Kleid von heute. Unsere Designs sind zeitlos und die Qualität steht dafür, dass die Kleider auch länger halten. Wir arbeiten mit hochwertigen Stoffen, die von anderen Herstellern kommen, die sie nicht mehr brauchen, um eben auch zu schauen, dass die nicht im Müll landen. Da schauen wir sehr drauf, insbesondere auch im nächsten Jahr, Nachhaltigkeit noch mehr zu pushen.

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waschies® Gründerin Carolin Schuberth interviewt beeindruckende Gründerinnen

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